Dienstag, 12. April 2011

Der Abgesang...

Da war unsere Zeit in Gizzi -Town schon wieder vorbei. Um unsere lieben Kollegen aus dem Krankenhaus wuerdig zu verabschieden, luden wir die Truppe zu einer kleinen After-Work-Party mit Haeppchen und Bierchen ein.




Dann noch ein nettes Fruehstueck im Garten...




... und die ueberzaehligen Muscheln, die wir nicht mal mehr illegal nach Deutschland verschicken konnten, wurden nach Maoritradition wieder der Natur zurueckgegeben.



Waehrend Nils bei seinem Bruder in Sydney schon fleissig am Kitsurfen ist...




...machen wir uns fuer unsere letzten 4 Tage nach Auckland auf. Hier sehen wir mit Matt (Krankenhauskollege aus Gisborne) ein waschechtes Rugbymatch der Auckland Warriors gegen die Sydney Roosters an. Endstand 24 zu 12! Sicherlich zu einem Grossteil unserem lauten Gegroehle fuer die Kiwis zu verdanken.



Ein nettes Cafe in einem der Hinterhoefe von Parnell, dem netten Viertel, in dem wir wohnen.




Der liebe Nils hat uns auf eine kleine Schnippseljagt gejagt, indem er uns mitteilte, dass er an Haltestelle Nr. 7048 in der Queenstreet unter der zweiten Bank links etwas versteckt hat.


Es sah schon lustig aus, wie wir beide dann um die Bank gekrochen sind und schliesslich einen Zettel entdeckten, der eine Einladung zum Kaffeetrinken bereithielt und auch das noetige Kleingeld dazu. Was eine Ueberraschung!



Fish on the Rocks!





Danach gings 220 Meter hoch auf das Wahrzeichen Aucklands um mal wieder einen Sonnenuntergang zu bestaunen. Jakob nutzt diese Gelegenheit auch um nebenbei seine Hoehenangst zu therapieren. Hier steht er auf einem glaesernen Fussboden und hat sich tatsaechlich auch getraut einen kleinen Huepfer zu machen...










Als wir per Zufall einen franzoesischen Markt in der Naehe unseres Hostels entdeckten, ist Gesine ganz aus dem Haeuschen und der Ort fuer unser naechstes Fruehstueck steht fest.





Chevre und Co. werden in rauhen Mengen fuer ein Picknick gekauft. Waiheke - Island, eine kleine Insel vor Auckland ist unser Tagesziel.





Angeblich steht Auckland auf ca. 50 Vulkanen, von denen der letzte vor 400 Jahren explodierte. Einer von diesen nennt sich Mt. Eden und auf diesem befinden wir uns hier. Er hat auch noch einen richtigen Krater obendrauf.


Und mal wieder wird Jakob von Gesine zur Kaffeepause gezwungen... er kann sich damit aber recht gut arrangieren.





Und da die letzten Dollar ja raus muessen - hier nun das erste Mal und fuer lange Zeit sicherlich auch das letzte Mal - frische Austern. Man muss es ja mal probiert haben!





Und damit verabschieden wir uns aus Aotearoa - dem "Land der langen weissen Wolke"!















P.S.: Wir hoffen, dass Nils den Absprung (oder besser Aufsprung) in Sydney schafft.








Montag, 4. April 2011

Ans Ende der Welt und zurueck...

Ein anderer Wochenendausflug fuehrte uns zum oestlichsten Punkt Neuseelands - dem Eastcape. Frueher als hier kann man den Sonnenaufgang nur auf popligen Inselchen im Pazifik sehen! Wir machen uns also auf, immer der Kueste entlang...
In Tolaga Bay erkunden wir dem laengsten Steg der Welt, welcher 600 Meter ins Meer hineinragt. Ehemals diente er als Landungsbruecke fuer ankommende Gueterschiffe, heute wird er nur noch von Anglern und Ausflueglern genutzt.

Am Strand sollen hier in der Region die beruehmten Paua-Shells zu finden sein: eine besondere, grosse Muschel mit herrlich schillernder Innenseite. Leider werden wir nicht fuendig, stattdessen wird hier wahnsinnig viel Treibholz angespuelt - wer also beim Baden nicht vom Baum erschlagen werden moechte, sollte hier nicht ins Wasser gehen...




Weiter geht's - wir wollen doch noch zum Eastcape und es ist schon spaeter Nachmittag. Doch ploetzlich - oh Schreck! - leutet eine rote Lampe und verkuendet uns, dass unsere Bremse ein Problem hat. Unsere Bremsfluessigkeit ist fast alle und wir haben noch ein paar Berge vor uns. Da unserer Handbremse auch nicht zu trauen ist, muessen wir kurz vor dem Ziel aufgeben. Wie so oft hat jeder Rueckschlag auch was Gutes - in unserem Fall fuehren uns 2 Maori zu einem wunderschoenen, verwunschenen Strand, neben dem sich Pferd und Kuh gute Nacht sagen.





Da stehen wir nun freuen uns ueber unser Glueck im Unglueck. Und wer macht uns jetzt das Abendbrot? Schnick Schack Schnuck!





Da wir Luftlinie auch gar nicht mehr soo weit vom East Cape entfernt sind, beschliessen wir, uns einfach hier den Sonnenaufgang anzusehen. Leider wissen wir nicht, wann genau dieser eigentlich stattfinden wird und muessen uns wohl oder uebel beim Weckerklingeln (5 Uhr) einen umwerfenden Sternenhimmel ansehen. Glueck im Unglueck zum zweiten Mal, einen solchen Sternenhimmel haben wir noch nie gesehen! Als die Sonne dann um 7 Uhr tatsaechlich aufging, waren wir dann doch etwas muede. Nils und Gesine beobachten das unglaubliche Ereignis dann also aus dem Bett heraus, waehrend Jakob sich auf eine kleine Fotoexpedition begibt und nun hier ein paar seiner Resultate praesentieren kann:
















Am naechsten Tag koennen wir dann in der Werkstatt die Bremsfluessigkeit auffuellen und weiter geht's. Unterwegs finden wir gluecklicherweise auch noch jede Menge Paua-Shells und schliesslich schaffen wir es dann doch noch zum Eastcape.





Wir koennen nun voller Stolz schreiben, dass wir als allererste in der Welt (auf Festland) am 14. Maerz 14 Uhr erlebt haben! Wer kann das schon von sich behaupten? :-)

Mount Doom - die Suche nach dem Ring!

Der naechste Tag beginnt frueh! Zwanzig vor 7 bringt uns ein Shuttlebus zum Startpunkt unserer Wanderung, dem Tongariro Crossing. Die Busfahrerin begruesst jeden von uns mit "Hey, how are you my lovely..." und ist so schrecklich gut gelaunt, dass wir uns sicher sind - die ist auf Drogen! Da stehen wir dann also, die Sonne ist noch hinter den Bergen - nein dem Berg! Mount Doom! Das ist unser Zwischenziel. In der Wegbesschreibung heisst es, wenn man um 9.15 Uhr nicht mit dem Aufstieg zu den letzten 600 Metern begonnen hat, sollte man den Abstecher weglassen. Wir fuehlen uns etwas gestresst und hoffen, dass wir die 20 Kilometer bis zum Sonnenuntergang schaffen.



Es ist ein herrlicher Weg in der frischen Morgenluft durch das Tal, den Vulkankegel immer vor Augen.


Und ploetzlich kommt die Sonne ueber den Kamm - was eine Blendung! :-) Nils und Jakob kaempfen um ihre Beherrschung - mit allen Mitteln: Sonnenhut, Sonnencreme, langaermliges Oberteil.




Als wir dann vom gesitteten Wanderweg abbiegen auf die steile Geroellhalde, dauert es nicht lange, bis sich ein Dauerschwitzzustand einstellt. Immer bergauf kletternd, fragen wir uns, wie wir es wohl wieder herunterschaffen sollen. Die Aussicht wird mit jedem Hoehenmeter unglaublicher.




Und dann haben wir es tatsaechlich geschafft. Der Blick in den Krater mit seinem rotgluehenden Hoellenschlund - Scherz- ist auch nicht uebel.






Und es gibt eine leckere Brotzeit am Kraterrand.




Ueber den Wolken...



Nils erkundet dampfende Loecher am alten Kraterrand, der etwas unterhalb des neuen Gipfels liegt.



Noch ein letzter Blick in den Schlund...




... und ein schoenes Gipfelfoto.




Und so gestaltete sich dann der Abstieg, der eher ein Abrutsch war. Wir schlittern ueber ein Geroellfeld die kompletten 600 Hoehenmeter in einer halben Stunde wieder runter. Jakob musste es nach dem Start mit dem Tempo etwas uebertreiben und wurde aus voller Fahrt durch einen kleine Felsen im Boden gestoppt, was ihm zu einem Ueberschlag mit nachfolgend leicht aufgeschlagenen Schienbeinen und einer Zwangspause zum Fotos machen verhalf.





Die Freude ist gross, diesen Anstieg geschafft zu haben und auch wieder fast heile unten angekommen zu sein.





Doch der Weg geht weiter. Zwei Drittel der zu durchquerenden Vulkanlandschaft liegen noch vor uns, was Gesine's Laune jedoch nicht trueben kann.






Da stehen wir drei nun vor dieser atemberaubenden Landschaft.



Unterwegs finden wir schoene tuerkisfarbene Seen, in die wir aber aufgrund hoher Verschwefelungsgefahr lieber nicht hineinspringen...






Der Blick zurueck mit anderthalb lachenden und einem halben weinenden Auge.








Und der Blick nach vorn, der einen schoenen langen Abstieg ankuendigt.





So haben wir es denn dann am Ende gerade noch so bis zum Sonnenuntergang geschafft - wir waren insgesamt 12 Stunden unterwegs. Am Abend sitzen wir dann auf dem Zeltplatz mit einigen Backpackern am gemuetlichen Lagerfeuer und sehen unser erstes Opossum - live!


Donnerstag, 31. März 2011

Da ist die Kacke am Dampfen...


Kommen an einem Freitag Abend natuerlich zu spaet los, so dass wir es nicht mehr bis zu unserem Ziel, den Geysiren von Rotorua, schaffen. Aber das ist uns ja egal, denn wir koennen uns mit dem Van auf jeden Parkplatz stellen und dort uebernachten.

Der Tag beginnt mit Sonnenschein und einer unerwarteten Ueberraschung. Ein Auto kommt laut hupend auf dem Parkplatz gefahren. Wir denken erst, es ist ein verueckt gewordener Neuseelaender, der campende Backpacker vertreiben moechte... aber weit gefehlt. Es sind Matt und Jono, zwei unserer Krankenhauskollegen, die auf dem Weg nach Auckland sind und den "Van of the Germans" entdeckt haben.


Unser naechster Stop ist bei einem Gemuesehaendler tief in der Pampa vor Rotorua. Nach einem kleinen Gespraech stellt sich aber heraus, dass er mal ein Rosenhaendler gewesen war. Und etwas schwelgend gibt er uns eine Fuehrung durch die unterschiedlichsten Farben und Duefte seiner vielen alten Rosensorten. Wieder im Auto haben wir nun einen wahnsinnig intensiv und berauschend duftenden Rosenstrauss an Bord, der uns die naechste Zeit begleiten wird.







Von Duft ueber Geruch zu Gestank. Der Uebergang findet recht schnell statt, als wir in den Geysirpark "Te Puya" in Rotorua eintreten. Brodelnde Schlammloecher und der Geruch nach faulen Eiern deuten auf die vulkanische Aktivitaet in diesem Gebiet hin.









...bizarr gefaerbtes Gestein, der Boden ist warm bis heiss und in dampfende Loecher sollte man nicht seine Finger halten, denn die sehen nicht nur heiss aus...








Ungefaehr jede Stunde bricht dann, nach einer grollend-brodelnden Ankuendigung der Pohutu - Geysir aus. Ca. 20 Minuten schiesst der Geysir seine heisse Fontaene angeblich 30 Meter in den Himmel. Ein beeindruckendes Schauspiel!



... was Jakob in seinen Speikuensten sogleich herausfordert...




Als eine Gruppenfuehrerin nebenan erwaehnt, dass die Lava hier angeblich bis zu 3 Metern unter der Oberflaeche fliesst und man selbst im Winter hier in Badesachen rumliegen kann, muessen das Nils und Jakob natuerlich gleich mal nachpruefen. Man laesst sich doch nicht alles erzaehlen...



Nils geht seiner neuen Berufung als Geysirfotograph doch sehr gewissenhaft nach...



Auch ueber Maorigeschichte und -kunst erfahren wir in diesem Reservat sehr viel. In den Bueschen aufgestellte Lautsprecher, die per Bewegungsmelder losgehen, erschrecken uns mit Haka-Gesaengen.



Soweit der erste Tag im Vulkangebiet. Morgen gehts dann zum eigentlichen Vulkan. Dem Mount Ngauruhoe - allen "Herr der Ringe" Fans auch bekannt als Mount Doom.